Grundsätzlich kann eine Ehescheidung gem. § 1565 Abs. 1 BGB erst nach Ablauf eines Trennungsjahres erfolgen. Eine Ausnahme hierzu stellt die sogenannte Härtefallscheidung gem. § 1565 Abs. 2 BGB dar. Einen solchen Härtefall bestätigte das OLG Bamberg im Falle der Verurteilung, hier des Ehemannes, …
Weiterlesen »Verwertung des Vermögens zur Zahlung des Kindesunterhalts
Grundsätzlich wird die Höhe des Kindesunterhalts aus dem regelmäßigem Einkommen berechnet. Gem. § 1603 Abs.2 BGB haben Eltern gegenüber minderjährigen oder in Ausbildung befindlichen Kindern unter 21 Jahren, die noch im Haushalt der Eltern leben, den Kindesunterhalt unter Verwendung aller verfügbaren Mittel aufzubringen. Hierzu …
Weiterlesen »Trennungswille muss für den Ehepartner trotz oder zusätzlich zu räumlicher Trennung klar erkennbar sein
Ist für einen Ehepartner der Wille des anderen, an der Ehe nicht mehr festhalten zu wollen, nicht klar erkenntlich, kann trotz einer räumlichen Trennung der Parteien nicht von einem Getrenntleben ausgegangen werden, mit der Folge, dass das Trennungsjahr nach § 1567 BGB nicht begonnen …
Weiterlesen »Überstundenlohn und fiktives Einkommen bei Verletzung der Pflicht zur ärztlichen Behandlung im Rahmen des Unterhalts
Erneut nahm das Kammergericht Berlin Stellung zur Behandlung von Überstundenvergütungen im Rahmen der Einkommensermittlung zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen. Der Unterhaltspflichtige behauptete, aufgrund einer Erkrankung, nachdem er zuvor ca. 50 Überstunden pro Monat leistete, nicht arbeitsfähig zu sein, lehnte aber eine stationäre Therapie ab. Das …
Weiterlesen »Verpflichtung des Ehepartners zur Zustimmung zur Mietvertragskündigung nach Ablauf des Trennungsjahres
Die Ausgangslage für die Entscheidung könnte nicht typischer sein. Ein Ehepartner verlässt in Trennungsabsicht die bis dahin ehegemeinschaftliche Wohnung, der andere Ehepartner verbleibt mit den gemeinschaftlichen Kindern in der Wohnung. Der in der Wohnung verbleibende Ehepartner lässt dann jedoch Mietschulden in einem nicht unerheblichen …
Weiterlesen »Umzug eines Elternteils trotz Erschwerung des Umgangs des anderen Elternteils mit den gemeinschaftlichen Kindern
Die, noch verheirateten, Parteien leben getrennt und haben zwei gemeinschaftliche minderjährige Kinder, die von der Mutter versorgt werden, dort auch ihren Lebensmittelpunkt haben. Der Vater übt regelmäßig Umgang mit den Kindern. Als die Mutter beschließt, mit den Kindern wieder in ihre ca. 600 km …
Weiterlesen »Reduzierung des Kindesunterhalts bei erheblicher Mitbetreuung gemeinsamer Kinder durch den Barunterhaltspflichtigen
Zur Entscheidung stand die Frage, ob der Kindesunterhalt bei einer erheblichen Mitbetreuung des barunterhaltspflichtigen Elternteils bei einer über das übliche Maß hinausgehenden Mitbetreuung eines Kindes zu reduzieren ist. Im vorliegenden Fall wurden die gemeinsamen Kinder durch den Barunterhaltspflichtigen Elternteil vereinbarungsgemäß in einem Zeitraum von …
Weiterlesen »Reduzierung der Erwerbstätigkeit zugunsten neuer Familie trotz Kindern aus vorheriger Beziehung
Vorliegend hatte das Gericht darüber zu entscheiden, ob und inwieweit ein Barunterhaltsverpflichteter seine Erwerbstätigkeit reduzieren kann, auch zu Lasten des Unterhalts für Kinder aus einer vorherigen Beziehung, wenn hierdurch ein besseres Einkommen für die neue Familie generiert werden kann. Konkret schränkte der Unterhaltsverpflichtete seine …
Weiterlesen »Nutzungsentschädigung für Ehewohnungszuweisung bei Vorliegen eines Steuersparmodels
Der vorliegende Fall ist geprägt von einem Steuersparmodell der besonderen Art. Beide Ehepartner verfügen über ein überdurchschnittliches Einkommen und gründen zudem eine Immobilienvermögensverwaltungs GmbH, die mehrere Immobilien erwirbt und verwaltet. Unter anderem eine Villa, die z.T. als Ehewohnung verwendet wird. Der Ehemann ist der …
Weiterlesen »Wird der höchste Bedarfssatz beim Kindesunterhalt anerkannt, kann der Anspruch auf Auskunft über das Einkommen entfallen
Im zu entscheidenden Fall gab der Unterhaltsverpflichtete ein Anerkenntnis ab, Kindesunterhalt in Höhe von 200 % der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen, sowie den Mehrbedarf für Schule und Verpflegung und die Mutter der Unterhaltsberechtigten bis zu deren 18. Geburtstag von der Mithaftung für den Mehrbedarf …
Weiterlesen »Illoyale Vermögensminderung aufgrund unentgeltlicher Übertragung einer Immobilie unter Nießbrauchsvorbehalt
Der Ausgleich des jeweils während der Ehezeit erworbenen Vermögens im Rahmen des Zugewinnausgleichs folgt starren Fristen. Grundsätzlich besteht der Zugewinn eines Ehepartners in der Differenz zwischen dessen Vermögen zum Tag der Eheschließung, Anfangsvermögen gem. § 1374 BGB, und dem Endvermögen, § 1375 BGB, zum …
Weiterlesen »Ausgleich für vor der Ehe erbrachte Leistungen auf das Vermögen des Ehepartners
Das während der Ehe jeweils erwirtschaftete Vermögen der Eheleute wird im Rahmen der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft im Zugewinnausgleichsverfahren ausgeglichen. Aufgrund des starren Stichtagsprinzips dieses Verfahrens fallen Vermögensleistungen, die ein Partner vor Eheschließung auf einen Vermögensgegenstand des anderen geleistet hat, oft aus dem Verfahren heraus und …
Weiterlesen »Lohnabrechnungen können zur Erteilung der Auskunft über das Einkommen genügen
Gemäß § 1605 BGB hat ein zum Unterhalt Verpflichteter dem Unterhaltsberechtigtem oder dessen Vertreter Auskunft über das erzielte Einkommen zur Berechnung der Unterhaltshöhe zu erteilen. Dies hat grundsätzlich in Form eines systematischen Verzeichnisses, § 259 BGB, zu erfolgen. Hinsichtlich der Auskunftserteilung im Rahmen der …
Weiterlesen »Trennungsjahr in einer großzügigen, gemeinschaftlichen Wohnung
Voraussetzung der Ehescheidung ist, dass die Ehegatten ein Jahr getrennt voneinander gelebt haben, um sich vor dem Ausspruch der Scheidung über die Realitäten und Langzeitwirkungen der Trennung im Klaren zu sein. Eine vollständige Trennung der Parteien wird vom Gesetz jedoch nicht gefordert, so dass …
Weiterlesen »Zuwendung zu neuem Partner kann zum völligen Verlust des Trennungsunterhalts führen
Die Antragstellerin forderte Trennungsunterhalt aufgrund der Mitte Oktober ausgesprochenen Trennung der Ehepartner, welchen der Antragsgegner ablehnt, weil sich die Antragstellerin, soweit zur Überzeugung des Gerichts, jedenfalls bereits im September einem neuen Partner zuwandte. Das Amtsgericht versagte den Anspruch auf Zahlung von Trennungsunterhalt wegen des …
Weiterlesen »Anforderungen bei Feststellung Echtheit eines Testaments dürfen nicht überzogen werden
Im Rahmen eines Erbscheinverfahrens war gem. § 26 FamFG die Echtheit eines Testaments festzustellen. Hierzu hat das Gericht ein Schriftvergleichsgutachten eingeholt. Der Sachverständige stellte fest, dass zwar die verfügbaren Vergleichsschriftproben nicht optimal seien für eine entsprechende Analyse, aber in den graphischen Merkmalen Analogien hinsichtlich …
Weiterlesen »Zugewinnausgleich bei überlanger Trennungszeit
Eine überlange Trennungszeit zwischen den Ehepartnern ändert ohne sonstige hinzutretende Umstände nichts an der Zugewinnausgleichspflicht; führt insbesondere nicht zu einer Einschränkung oder gar Aufhebung der Ausgleichspflicht aufgrund einer unbilligen Härte gem. § 1381 BGB. Grundsätzlich haben Ehepartner auf Antrag im Rahmen einer Ehescheidung das …
Weiterlesen »A.C.A.B. als strafbare Kollektivbeleidigung der Polizei
Erneut hat sich das Bundesverfassungsgericht mit der Strafbarkeit der Verwendung des Akronyms A.C.A.B (All cops are bastards) beschäftigt. Im hier zugrundeliegenden Fall trug der Beschwerdeführer die Buchstaben A.C.A.B während des Besuchs eines Fußballspiels auf der Weste, obwohl er wusste, dass er dort auf Polizisten …
Weiterlesen »Zulagen und Prämien sind Teil des Mindestlohns, Berechnung des Mindestlohnes
Der gesetzliche Mindestlohn entsteht mit jeder tatsächlich geleisteten Arbeitsstunde. Eine Klage auf Zahlung des Mindestlohns kann daher nicht auf eine Berechnung des Lohns anhand einer Hochrechnung aus den vertraglich geschuldeten Arbeitsstunden gestützt werden. Denn in dieser Zeit können auch Entgelte enthalten sein, die unabhängig …
Weiterlesen »Schadenersatz für an der Sicherheitskontrolle verpassten Flug
Im zugrundeliegenden Fall begab sich ein Fluggast, nachdem er rechtzeitig eincheckte und sein Gepäck aufgab, unverzüglich zur Sicherheitskontrolle. Aufgrund des Andrangs und der damit verbundenen Wartezeiten verpasste der Fluggast trotzdem den gebuchten Flug. Zwar bestehen keine vertraglichen Beziehungen zwischen dem Fluggast und dem Flughafenbetreiber …
Weiterlesen »Patient hat bei Behandlung von verschiedenen Ärzten im Krankenhaus darzulegen, welches Fehlverhalten er welchem Arzt anlastet
Wirken bei der Behandlung eines Patienten in einem Krankenhaus Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen muss der Patient im Prozess vortragen und unter Beweis stellen, welchen ärztlichen Fehler er welchem Arzt konkret anlastet. Dem Patienten ist es daher nicht möglich sich in seinem Klagevortrag darauf zu …
Weiterlesen »Aus unterlassenem Befund aufgrund Fehldiagnose resultiert kein Befunderhebungsfehler
Für den Patienten kann es essentielle Bedeutung haben, ob dem behandelnden Arzt ein Befunderhebungsfehler oder nur ein Diagnosefehler vorzuwerfen ist. Ein Diagnosefehler liegt vor, wenn der Arzt aus einem Befund einen falschen Schluss zieht, ein Befunderhebungsfehler wenn der Arzt einen medizinisch gebotenen Befund nicht …
Weiterlesen »Lärmschutz während Fußball-EM wird gelockert
Während der Fußballwochen vom 10. Juni bis 10. Juli wird die Grenze für den regelmäßig zulässigen Lärmpegel bis zu 55 Dezibel außer Kraft gesetzt. In dieser Zeit gilt eine Ausnahmeregelung, wonach die Städte und Gemeinden im Juni und Juli „Public Viewing“ trotz Lärmschutzes genehmigen …
Weiterlesen »Girokonto auf Guthabenbasis ab 1. Juni 2016 für Jedermann
Bislang musste man in Deutschland einen festen Wohnsitz nachweisen, um bei der Bank ein Girokonto eröffnen zu dürfen. Das ändert sich ab dem 1. Juni. Das bereits im Februar verabschiedete sogenannte Zahlungskontengesetz verpflichtet die deutschen Geldinstitute dazu, jedermann ein Guthabenkonto mit Basisfunktionen wie Ein- …
Weiterlesen »Befristetes Widerrufsrecht bei Immobilienkrediten
Deutschland setzt eine weitere EU-Richtlinie um. Das Widerrufsrecht vieler Immobilienkredite bekommt ab Juni eine Frist gesetzt. Seit November 2002 galt für Verbraucher bei Abschluss von Immobilienkreditverträgen eine Widerrufsmöglichkeit wegen einer fehlerhaften Klausel in vielen zwischen 2002 und 2010 geschlossenen Verträgen unbegrenzt. Künftig soll sie …
Weiterlesen »Erstausbildung des Unterhaltspflichtigen
Der Grundsatz, dass eine berufliche Erstausbildung des Unterhaltspflichtigen Vorrang vor der Pflicht zur Zahlung von Kindesunterhalt hat, gilt nicht uneingeschränkt. Zumindest im Einzelfall kann es der Billigkeit entsprechen, dass der Unterhaltsverpflichtete zugunsten der Unterhaltszahlung auf eine Ausbildung zu verzichten hat. Insbesondere wenn der Pflichtige …
Weiterlesen »Haftung für vom Erblasser gesetzte Schadensursache mindert nicht die Erbschaftssteuer
Setzt der Erblasser die Ursache für einen späteren Schaden, im – der Entscheidung zugrundeliegenden – Fall des Austritts von Heizöl, durch, können die Erben den geschuldeten Schadenersatz nicht vom Wert des Nachlasses abziehen und die Erbschaftssteuer damit mindern. Abzugsfähig nach § 1967 BGB sind …
Weiterlesen »Ausschluss sämtlicher Ansprüche bei Schwarzarbeit
Werden Leistungen schwarz erbracht, stehen dem Auftraggeber mangels Vertrag keine Mängelbeseitigungsansprüche zu. Auch eine Differenz zwischen dem tatsächlichen Wert der Leistung und dem bezahlten Entgelt kann nicht zurückgefordert werden. Dem an sich gegebenen Bereicherungsanspruch des Auftraggebers steht dessen eigener Gesetzesverstoß nach § 817 BGB …
Weiterlesen »Fristlose Kündigung anstelle Klage auf Duldung bei Erhaltungsmaßnahmen
Der Mieter hat grundsätzlich die Durchführung von Modernisierungs- und Erhaltungsmaßnahmen zu dulden. Verweigert der Mieter seine Mitwirkung hieran, z. B. durch Verweigerung des Zutritts, kann er nicht darauf vertrauen, dass der Vermieter zunächst auf Duldung zu klagen hat. Die Verweigerung der Mitwirkung kann einen …
Weiterlesen »Unfall durch plötzlich geöffnete Fahrzeugtür
Kommt es durch das plötzliche Öffnen einer Fahrzeugtüre in den fließenden Verkehr hinein zu einem Unfall, kann das ein so erhebliches Verschulden begründen, dass die Betriebsgefahr des fahrenden Fahrzeugs dahinter zurücktritt, mit der Folge des alleinigen Verschuldens auf Seiten des geparkten Fahrzeugs.
Weiterlesen »Vorgetäuschte Eigenbedarfskündigung und Verzicht auf Schadenersatz
Täuscht der Vermieter einen Eigenbedarf zum Zwecke der Kündigung nur vor, hat der Mieter grundsätzlich einen Anspruch auf Schadenersatz gegen den Vermieter. Oft wird der sich an die Kündigung anschließende Räumungsprozess durch gerichtlichen Vergleich beendet, der einen Verzicht auf Räumungsschutz oder gar eine umfassende …
Weiterlesen »Kein Schadenersatz für car-profi2000 aufgrund strafbewehrter Unterlassungserklärung wegen Wettbewerbsverstößen
Der hauptsächlich im Internet tätige KFZ- Ersatzteil- und Zubehörhändler car-profi2000, Inhaber Christian Schulz, scheitert vor dem LG Nürnberg-Fürth (Az. 1 HK O 10080/ 09) mit einer Klage auf Zahlung von 5.100 € Schadenersatz wegen einer angeblich verwirkten Vertragsstrafe nach Abgabe einer strafbewehrten Unerlassungserklärung. Der …
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